HartzIV-Sätze sind offiziell verfassungswidrig.

  • Typischer Anfängerfehler bei Leuten, die glauben, dass Brief schreiben und eintüten und frankieren und abholen lassen das einzigste ist, was abläuft. :D

    Brief kostet 55 Cent (wenn man Massensendungen nach PLZ Sortiert einreicht sogar weniger)
    Papier 1 Cent (500 Blatt im Einzelhandel 4,50)
    Umschlag 1,5 Cent (1000 Stück 16 Euro)
    Tinte 2,5 Cent (Toner 2500 Seiten ca. 60 Euro)

    Das sind die reinen Kosten. Du hast aber vergessen, dass da auch viele Mitarbeiter mit beschäftigt sind. Andere Arbeit bleibt liegen, die muss dann via Überstunden abgearbeitet werden. Sprich: Schon allein an Personalkosten kommt da was ordentliches zusammen.

    Und dann noch der Verwaltungsakt, den ich hier mal in vereinfachter und stark gekürzter Form wiedergebe:

    Vorher musste die Akten raussuchen lassen, diese durchschauen, ob die überhaupt das Geld gekriegt haben, den Brief fertig machen, der geht über eine Art Hauptfiliale (keine Ahnung, wie die beim Jobcenter heißt, bei der Agentur für Arbeit war es die Bundesarbeitsagentur oder so). Dann musst du das im Computer eintragen und eine Frist als Wiedervorlage setzen. Dann schauste nach Ablauf der Frist nach, ob das Geld da ist etc.

    Ist ein unheimlich hoher Verwaltungsakt und da es ja nicht nur ein paar Leute betrifft, ist es halt mit immensen Kosten verbunden, die über die reinen Materialkosten hinaus gehen.

    Kannste mir glauben, 80 Euro sind da schon vernünftig veranschlagt. Ich persönlich hätte gedacht, dass es so zwischen 90 und 100 Euro sind.
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  • @Darkfather

    Ja, du vergisst da ne ganze Menge... erstmal wird so eine Rückforderung in der regel nicht nur von einem einzigen Sachbearbeiter bearbeitet, sondern gleich von mehreren, da meist dann mehrere Stellen dran beteiligt sind... und dann geht das ganze in den seltensten Fällen mit nur einem Brief über die Bühne :D

    In diesem Fall sind zumindest die Arge und die Kindergeldstelle beteiligt, das sind IMHO auch noch 2 unterschiedliche Behörden, da wird das ganze erst recht aufwendig, weil nicht nur intern über die eigenen Datenbanken gearbeitet wird...

    Ich machs mal am Beispiel eines zuviel gezahlten Arbeitslosengeldes (Und das ist sogar immer die selbe Behörde):

    1. Sachbearbeiter stellt die Überzahlung fest und stellt den Vorgang für die Leistungsabteilung ein.
    2. Leistungsabteilung schreibt den Aufhebungsbescheid und stellt die Forderung beim Landesarbeitsamt ein.
    3. Landesarbeitsamt schickt die Zahlungsauforderung und verwaltet Eingang der Zahlung, Mahnungen, Ratenzahlungen etc...

    zu 1. = mind. 15 Minuten, zu 2. = mind. 30 Minuten, zu 3. = mind. 1 Std. bis ?? Stunden

    Also wenigstens 1:45 bis 2 Stunden, eher mehr, und auch nur dann, wenn es keinen Wiederspruch, keine Ratenzahlung, keinen Zahlungsverzug, keine Fehler in den beteiligten Stellen gibt.... Man darf immer nicht vergessen, das jeder beteiligte sich den Vorgang erstmal anschauen muss... UND.... das man es hier mit einer Behörde zu tun hat, die eben wahrlich allles andere als Leistungsorientiert arbeitet :D (ich will nicht gemein werden, aber die Leute da würden sich echt umgucken, auf einer normalen Sachbearbeiter-Stelle in der freien Wirtschaft)

    Jetzt rechnen wir mal die Kosten: Stundenlohn ~ 15-25 Euro, Lohnnebenkosten ~ 20-40 Euro... Dazu Infrastrukturelle kosten der IT, Hauspost, Telefon, Strom usw. dann noch Plus Porto und Papier, in vielen Fällen werden die Briefe auch garnicht mehr InHouse gedruckt, sondern die Deutsche Post durckt die Briefe und verschickt diese für das Amt, womit so eine Sendung weit teurer als nur 65 Cents wird.

    Was ja viele garnicht wissen und wahrhaben wollen: Sowohl die Bundesagentur als auch die Argen verbrauchen mehr Geld für die Verwaltung, Betriebs- und Nebenkosten, Trainings&Weiterbildungsmassnahmen etc. als überhaupt an ALG-I und ALG-II ausgezahlt werden.

    Bei der Arbeitsagentur ist der Bereich der Arbeitsvermittlung fast vollkommens obsolet geworden, genauso wie das Turnusmässige antraben lassen der Arbeitslosen unheimliche Beträge verschlingt... auch die Vermittlungsgutscheine haben lediglich eine Schattenwirtschaft von Zwielichtigen "Firmen" entstehen lassen, weil das nicht kontrolliert wird.... Das alles weglassen hiesse = 1% weniger Arbeitslosenversicherung...

    Würde man bei den Argen die vollkommens sinnlosen Trainingsmassnahmen weglassen und die Bechäftigungstherapien in irgendwelchen dubiosen Beschäftigungsgesellschaften auf öffentliche Aufgaben verschieben (Grünanlagenreinigung und andere leichte Hilfstätigkeiten wo derzeit andere öffentliche oder private träger eingesetzt werden), könnten da auch etliche Milliarden eingespart werden...

    Aber nein, es müssen ja 20.- zurückgeholt werden, könnte ja sein, das sich son Hart4er damit auf die Bahamas absetzt :D

    gruß
    ben
    ...
  • Ich habs extra in Kurzform geschrieben @Ben. :D

    Aber danke für die Bestätigung. ;)

    Na ja und an den PCs sitzen nicht nur ausgebildete Kräfte, sondern auch Quereinsteiger. Die dürfen eine Woche zuschauen und müssen dann selbst sowas machen. Auch Anträge bewilligen etc.

    Und die brauchen auch noch ein bisschen länger. ;)

    Wenn jetzt die Betroffenen noch Widerspruch einlegen, weil das Geld schon verbraucht ist für die Kinder, wirds nochmal teurer. Die Nachricht kam ja erst viel später.

    Bösartige Leute könnten jetzt behaupten, dass die Arbeitslosen da auch dran schuld sind, weil sie ja unbedingt Kinder in die Welt setzen mussten.
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  • @Dark Father

    Du kennst nicht die Software des Arbeitsamtes und der ARGEn...umständlicher gehts nimmer...;-) Das läuft dann durch so viele Abteilungen (der Sachbearbeiter ist nicht für die Leistungen zuständig, dass macht die Leistungsabteilung) usw usv...
  • @juniper

    Mit der kleinen Berichtigung, das bei der Agentur fast garnicht mehr mit regulären Akten hantiert wird... die Vorgänge werden alle per EDV abgewickelt, die Sachbearbeiter durcken nur noch die wichtigsten Vorgänge aus und schicken die zum Archiv (bzw. der Ausdruck kommt gleich im Archiv raus) wo das als "Backup" in deiner Akte gesammelt wird, wenn sich jemand anderes den Vorgang angucken will, lässt er sich nicht mehr die Akten kommen, sondern schaut in die EDV und kann da alles sehen... Soweit mir jedenfalls nen bekannter das erklärt hat, wie es jetzt da grob läuft...

    Das waren noch Zeiten, wo wirklich ein Aktenträger unterwegs war... und vorallem war das immer eine Freude, wenn deine Akte unauffindbar war und deshalb das ALG nicht berechnet werden konnte.... dann immer schön zur Kasse und Überbrückung holen, hinterher verrechenen usw... meine Fresse... besonders schön wenn die Leistungsabteilung und die Arbeitsvermittlung nicht im selben Gebäude war... da hiess es dann Arbeitsvermittler -> Leistungsabteilung -> zurück zum anderen Gebäude, weil da die Kasse war... was n großer Scheiss...

    Zum Glück sind die da wenigstens endlich mal drüber weg gekommen :D

    gruß
    ben
    ...
  • Ach ich vergaß... Behörde
    Wenn so ein Vorgang in der freien Wirtschaft annähernd soviel Kosten verursachen würde wären alle Pleite. Denk nur mal an die Telekom oder Stromkonzerne, die haben oft ähnliche Forderungen bzw. Vorgänge (Telefonrechnung über 5 Euro), wenn das dann 80 Euro kostet gibts bald keine Firma mehr.

    Aber verwechselt bitte nicht Kostenstellenrechnung bzw. betrieblichen Rechnungswesen im allgemeinen mit den echten Kosten die entstehen. Das mag zwar schön aussehen wenn man Arbeit auf einen Vorgang herunterrechnet und dann noch Stromkosten drauf usw. aber bei einem Festlohn funktioniert das nur bedingt. Da kommen noch Faktoren dazu wie z.B. unbezahlte Überstunden, Freizeitausgleich usw. nicht jede Minute muss auch bezahlt werden.

    Und auch die Betriebskosten sind teilweise schlichtweg Fixkosten, und nicht wie hier angenommen variable Kosten (z.B. kann Strom eine variable sein, ich würde meines erachtens nach sagen in diesem Fall nicht).
    Auch IT, Hauspost usw. würde ich definitiv nicht einrechnen, weil die Hauspost brauchts so oder so und die Computer sind auch bereits vorhanden unabhängig von diesem Vorgang.

    MfG
    DarkFather
    URLAUB ### URLAUB ### URLAUB
    vom 03.01.2011 bis 10.01.2011
    URLAUB ### URLAUB ### URLAUB


    Biete Mirrors und Passwortänderung von und zu RS, NL und FF

    Reflinks: Netload | Filefactory | Share-Online.com
  • ben_sisko;288192 schrieb:

    @juniper

    Mit der kleinen Berichtigung, das bei der Agentur fast garnicht mehr mit regulären Akten hantiert wird... die Vorgänge werden alle per EDV abgewickelt, die Sachbearbeiter durcken nur noch die wichtigsten Vorgänge aus und schicken die zum Archiv (bzw. der Ausdruck kommt gleich im Archiv raus) wo das als "Backup" in deiner Akte gesammelt wird, wenn sich jemand anderes den Vorgang angucken will, lässt er sich nicht mehr die Akten kommen, sondern schaut in die EDV und kann da alles sehen... Soweit mir jedenfalls nen bekannter das erklärt hat, wie es jetzt da grob läuft...

    Das waren noch Zeiten, wo wirklich ein Aktenträger unterwegs war... und vorallem war das immer eine Freude, wenn deine Akte unauffindbar war und deshalb das ALG nicht berechnet werden konnte.... dann immer schön zur Kasse und Überbrückung holen, hinterher verrechenen usw... meine Fresse... besonders schön wenn die Leistungsabteilung und die Arbeitsvermittlung nicht im selben Gebäude war... da hiess es dann Arbeitsvermittler -> Leistungsabteilung -> zurück zum anderen Gebäude, weil da die Kasse war... was n großer Scheiss...

    Zum Glück sind die da wenigstens endlich mal drüber weg gekommen :D

    gruß
    ben


    Also in unserem Jobcenter wird immer noch mit Akten hantiert, wo der ganze Schriftkram abgeheftet ist. Und da gibts auch noch Aktenräume. ;)

    Jobcenter ungleich Agentur für Arbeit. ;) Eines ist Alg II, das andere Alg I. ;)
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  • @Darkfather...

    Kann man so oder so sehen. Da dies Arbeiten sind, die zusätzlich anfallen, heisst das zusätzliche Betriebsstunden der Monitore, zusätzliche Betriebsstunden die die Rechner nicht im Stromsparen sind, zusätzliche Hauspost die verteilt werden muss (auch hier wieder mehr Arbeitszeit) und auch eine Festplatte bzw. Netzwerk verbraucht mehr Strom, wenn Daten transferiert werden, als wenn es idelt. Diese kostenunterschiede sind sogar so extrem, das man sich bei Google ausgefeilte Strom-Strategien überlegt, mit Zeitplänen und allem drum und dran...

    Und selbst wenn es nur 5 cent mehr Strom pro Vorgang sind, rechne das mal auf 4,5 Millionen hoch, und dann isses doch schon wieder nen heftiger Rechnungsposten...

    Auch kann ich deiner Argumentation der unbezahlten Überstunden (gibt es bei Behörden nicht) und Freizeitausgleich nicht folgen: die für diese zusätzlichen Vorgänge aufgewendete Zeit, fehlt einfach für das normale Tagesgeschäft und ist daher auch extra als zusätzlich anfallende Aufwendung zu betrachten. Wenn diese Überstunden mit Freizeit abgegolten werden, dann fehlen diese Stunden immer noch für das normale Tagesgeschäft...

    Edit: @Juniper, Jo danke für deine überflüssige Belehrung aber wenn du hingelesen hättest, dann hätteste gesehen, das ich explizit von der Agentur gesprochen habe... ausserdem arbeitet auch die Arge bei weitem nicht mehr so Aktenintensiv wie früher.

    gruß
    ben
    ...
  • Lapje;288108 schrieb:

    Tja...mit Existentsangst hat unser Beeze sicherlich noch keine Bekanntschaft gemacht...


    Junge MERKST du es noch?
    Wie oft musste ich dir jetzt schon sagen, dass du LESEN lernen sollst?
    Aber schön, dass du mich weiterhin provozierst, obwohl ich dir bereits gesagt habe, dass du mal wieder auf den Teppich zurück kommen sollst. Das nenne ich doch mal flaming!

    Bei dir wundert es mich langsam nicht mehr, dass du in HartzIV warst oder bist wenn du alles so "genau" liest, wie du es mit meinen Beiträgen tust.

    @bibo soll ich dir meinen Bescheid einscannen? Ach nee der wäre ja dann eh garantiert gefälscht weil ich meine persönlichen Daten schwärzen würde... Du läufst auch nicht mehr ganz richtig. Es würde mir im Leben nicht einfallen, anderen Leuten zu unterstellen, dass sie lügen!